Niklaus Schmid


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Februar Teil 2

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Formentera
Eine Insel auf dem Weg zur Legende


Auszüge aus "Formentera - Der etwas andere Reiseführer"


Wie war das noch mal mit dem Wikingerprinz Sigurd, den maurischen Piraten und Bob Dylans Schafwollpullover? Diesen Fragen gehe ich in meinem Buch "Formentera - Der etwas andere Reiseführer" nach. Mal berichte ich aus der Vergangenheit, beispielsweise von den Phöniziern, die auf der Insel die ersten Salzbecken bauten, oder von den Arabern, die ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem anlegten. Dann wieder springe ich zurück in die Gegenwart, erwähne neuzeitliche Legenden, schreibe über die Tier- und Pflanzenwelt oder erzähle Geschichten von Künstlern und Charakterkäuzen. Auszüge, wie gesagt, und zwar im monatlichen Wechsel.

Februar Teil 2

Von der großen Wäsche am Strand ...

So ging Teil 1 zu Ende:
Danach gab es die alles andere als kindergerechte Aufführung von Rotkäppchen und dem bösen Wolf ...
Jürgen, der den bösen Wolf spielte, musste sich hinter einem Handtuch umziehen, weil seine letzte Unterhose bei der großen Wäsche am Strand von der Brandung weggeschwemmt worden war. Auf dem Programm stand auch die „Verfolgung und Eroberung eines Konzertflötisten durch die Macht der Liebe und seine Schwierigkeit, für das himmlische Kammerorchester einen Ersatzmann zu finden“.

Ausgedacht hatte sich das irrwitzige Theaterstück Paul aus dem Elsass, aufgeführt wurde es von den Stammgästen der Fonda Pepe, alle beschwipst. Das Stück, ja der ganze Abend war solch ein Erfolg, dass Karen Heidenreich auf eine Wiederholung vor fremdem Publikum bestand. Du weißt ja, dass Karen früher mal mit einer Ballettgruppe durch die Lande zog.

… zwei alten Autoreifen ...

Sie lud also ihre Freunde und Bekannten ein, die auch pünktlich in das Hotel Roca Plana kamen. Wer auf sich warten ließ, war Paul, der auf dem langen Weg von San Fernando nach Pujols mal hier, mal dort eingekehrt war. Schließlich erschien er, zwei Stunden zu spät, im Aug’ den Glanz von Bruder Alkohol, an der Seite einen Saufkumpan.

Behängt mit alten Autoreifen, traten die beiden auf die Bühne. Karen, die ihren Abend geschmissen sah, begann Paul auf offener Bühne zu watschen: „Das – klatsch! – machst du – klatsch! – nicht noch mal – klatsch! – mit mir!“

… und Pauls Angriff auf die Anisvorräte

Das Publikum, das mit Theater dieser Güte, so modern und realistisch, nicht gerechnet hatte, war begeistert und klatschte da capo. Paul allerdings war die Freude am Theater vergangen. Er verlegte sich auf die bildende Kunst und schuf jenes Uhrengemälde in Gold, das heute noch in der Fonda hängt.

Danach trank er mehreren Wirten die Anisvorräte weg, verliebte sich unsterblich, versäumte, als die Angebetete nicht mehr warten wollte, zwei Abflüge und heuerte schließlich auf einem Schiff an. Eines Tages saß er wieder auf der Fonda-Terrasse, zielte über einen Flaschenhals in die Luft und sagte: „Der Kapitän hat auf Möwen geschossen, tut man doch nicht, oder?“ Von dem Schock musste er sich erholen, und das ging natürlich nur auf dem „verrückten Hundeknochen“.

Fortsetzung folgt...
am 1. März ...
am 15. Dezember a
aamaa...a.a.... .


Aktualisiert am 15. Februar 2019 | kontakt@niklaus-schmid.de

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