Niklaus Schmid


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Dezember

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Formentera
Eine Insel auf dem Weg zur Legende


Auszüge aus "Formentera - Der etwas andere Reiseführer"


Wie war das noch mal mit dem Wikingerprinz Sigurd, den maurischen Piraten und Bob Dylans Schafwollpullover? Diesen Fragen gehe ich in meinem Buch "Formentera - Der etwas andere Reiseführer" nach. Mal berichte ich aus der Vergangenheit, beispielsweise von den Phöniziern, die auf der Insel die ersten Salzbecken bauten, oder von den Arabern, die ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem anlegten. Dann wieder springe ich zurück in die Gegenwart, erwähne neuzeitliche Legenden, schreibe über die Tier- und Pflanzenwelt oder erzähle Geschichten von Künstlern und Charakterkäuzen. Auszüge, wie gesagt, und zwar im monatlichen Wechsel.

Dezember Teil 1


Von Hunden, die ihr Handwerk verstehen ...

Noch ist kein Schuss gefallen, aber ich weiß, die Jagdzeit hat begonnen. Denn heute Morgen weckte mich das Gekläff einer Hundemeute. Monate waren sie eingesperrt, jetzt sind sie los, die Jagdhunde.

Es gibt auf den Pityusen eine eigene Hunderasse: Der Podenco Ibicenco ist halbgroß, extrem schlank, sehnig, hat kurzes rostbraunes oder sand-
farbenes bis nahezu weißes Fell, große Tütenohren, eine lange Schnauze, ist gutmütig, ja scheu und äußerst schnell. Von alters her, angeblich schon zu Zeiten der Phönizier, wird diese Rasse eigens für die Kaninchenjagd gezüchtet. Auch wenn man mehr aufseiten der verfolgten Mümmelmänner steht – man muss es anerkennen: Die Hunde verstehen ihr Handwerk.

... einem Jäger, der helfen muss ...


Mit der Nase knapp überm Boden streifen sie durch das verwilderte Weinfeld. Sie nehmen die Duftspur eines Wildkaninchens auf, überraschen es beim Frühstück. Das Karnickel flieht in langen Sätzen. Es ist schnell, die Meute schneller.

Schon sind die Hundefänge dem weißen Puschelschwänzchen nahe, da schlägt das Karnickel einen Haken und entkommt in einen dichten Mastixstrauch. Die Hunde umkreisen das undurchdringliche Gebüsch. Vor Eifer, aber auch dann, weil sie sich an den spitzen Ästen stoßen, jaulen sie auf und winseln. Jetzt ist ihr Herr an der Reihe.

... und einem Unbekannten, der Kaninchen liebt


Er wirft Steine in den Busch. Das Kaninchen, in Panik, kommt heraus, und fachmännisch treiben es die Hunde ihrem Herrn zu. Jetzt – nie würde es das Kaninchen bis zum rettenden Unterschlupf schaffen – jetzt käme der Schuss, das Ende.

Doch der Jäger hat sein Gewehr nicht dabei, denn noch ist die Jagd lediglich mit Hunden erlaubt. Dafür aber hat er gestern in aller Frühe die Höhle mit Steinen und Reisig verschlossen. Also doch Mümmelmanns Ende? Nein! Denn gestern Abend hat jemand die Höhle wieder frei gemacht. Zwar kann man das Jagen nicht verbieten, aber man kann den Karnickeln zumindest eine Chance geben.

Fortsetzung folgt...
am 15. Dezember...
amaa...a.a....


Aktualisiert am 1. Dezember 2020 | kontakt@niklaus-schmid.de

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